
Köln heizt fossil. Rund 78 % der Wohngebäude hängen am Erdgas, Fernwärme deckt gerade einmal 8 % des Wärmebedarfs. Das zeigt die erste Kommunale Wärmeplanung der Stadt, die seit 2026 vorliegt. Für die meisten Hausbesitzenden in Köln heißt das: Der Weg aus der Gasheizung führt über die eigene Wärmepumpe, nicht über einen Anschluss ans Netz.
Wir sitzen selbst am Hohenzollernring und bauen seit Jahren Wärmepumpen in Kölner Bestandsgebäude ein – von der Siedlungshaushälfte in Bilderstöckchen bis zum Reihenhaus in Sülz. In diesem Ratgeber findest du die Zahlen, die für deine Entscheidung zählen: Kosten, Förderung, Genehmigungen, Schallgrenzen und Betriebskosten mit den aktuellen Kölner Energiepreisen.
Ein durchschnittliches System im Bestand liegt bei rund 32.000 €. Das ist unser Erfahrungswert – was dein Haus konkret kostet, hängt an Heizlast, Speichergröße und Aufwand für die Elektrik. Im Preis steckt mehr als das Gerät: Demontage der alten Heizung, Warmwasserspeicher, Elektroarbeiten, Anmeldung beim Netzbetreiber und der hydraulische Abgleich. Genau diese Nebenpositionen sind es, die Angebote unvergleichbar machen – deshalb arbeiten wir mit einem Festpreisangebot, das alle Leistungen enthält. Was im Angebot steht, steht auch auf der Rechnung.
Zum Vergleich: Eine neue Gasheizung kostet in der Anschaffung rund 10.000 bis 12.000 €. Sie ist billiger im Einkauf und teurer im Betrieb, und sie wird über die steigende CO2-Steuer Jahr für Jahr weiter belastet. Eine ausführliche Aufschlüsselung aller Positionen findest du in unserem Überblick zu den Kosten einer Wärmepumpe.
Wenn du kein Eigenkapital binden möchtest, startet die Finanzierung bei uns ab 89 € im Monat. Realistisch solltest du mit mehr rechnen: Im Schnitt liegen unsere Kundinnen und Kunden bei rund 191 € monatlich. Wartung und Vamo Care sind darin nicht enthalten.
Die Heizungsförderung der KfW läuft weiter, seit dem 21. Juli 2026 aber zu neuen Bedingungen. Das Programm 458 setzt sich aus drei Bausteinen zusammen:
Zwei Dinge haben sich mit der Reform geändert, die du kennen solltest: Der frühere Effizienzbonus von 5 % für besonders effiziente Anlagen ist ersatzlos entfallen. Und im Gebäude darf nach dem Tausch keine fossile Heizung mehr verbleiben. Die Boni lassen sich kombinieren, insgesamt aber auf 70 % der förderfähigen Kosten gedeckelt. Auf 80 % steigt die Grenze nur mit dem vollen Einkommensbonus, also bei einem anzusetzenden Haushaltseinkommen bis 30.000 € – der Familienzuschlag zählt dabei mit.
Entscheidend ist die zweite Deckelung: Für die erste Wohneinheit rechnet die KfW höchstens 28.000 € förderfähige Kosten an, nicht den vollen Rechnungsbetrag. Auch dieser Höchstbetrag sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 750 € und liegt 2030 nur noch bei 22.000 €. Beim heutigen Stand sieht die Rechnung bei einer Anlage für 32.000 € so aus:
Den Antrag stellst du im KfW-Portal. Wir begleiten dich dabei und unterstützen bei den Nachweisen, damit die Bestätigung zum Antrag rechtzeitig vorliegt. Nach der Zusage hast du 36 Monate Zeit für die Umsetzung. Die Details zu allen Bausteinen findest du in unserem Leitfaden zur KfW-Förderung.
Für das erste Quartal 2027 hat der Bund einen Wertschöpfungsbonus angekündigt: Wärmepumpen aus europäischer Fertigung sollen 15 % zusätzlich erhalten, während die Grundförderung für Geräte von außerhalb der EU auf 15 % sinken soll. Unterm Strich bliebe es für EU-Geräte bei 30 %. Beantragen lässt sich der Bonus noch nicht, Höhe und Nachweise stehen nicht endgültig fest. Wir behalten das im Blick und ordnen es in der Beratung ein.

Auf Landesebene läuft progres.nrw seit Februar 2026 wieder, zielt aber auf das, was der Bund nicht abdeckt – vor allem Erdwärmebohrungen. Für die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die wir in Köln in aller Regel einbauen, bringt das keinen zusätzlichen Zuschuss. Mehr dazu in unserem Überblick zur Förderung in NRW.
Interessanter ist das städtische Programm „Photovoltaik – klimafreundliches Wohnen in Köln". Die Stadt bezuschusst Photovoltaikanlagen mit 1.500 bis 2.500 € und Batteriespeicher mit 500 bis 1.300 €, maximal 10.000 € pro Gebäude und Kalenderjahr, befristet bis Ende 2026. Da es sich um eine andere Maßnahme handelt, lässt sich der Zuschuss mit der KfW-Heizungsförderung kombinieren.
Die Stadt Köln hat ihre erste Kommunale Wärmeplanung 2026 fertiggestellt und damit die gesetzliche Frist zum 30. Juni 2026 erfüllt. Der Plan teilt das Stadtgebiet in Versorgungsgebiete ein und zeigt, wo Wärmenetze bestehen oder geplant sind und wo ein Netzbetrieb wirtschaftlich nicht darstellbar ist.
Wichtig für deine Entscheidung sind zwei Punkte. Erstens: Die Wärmeplanung ersetzt keine Detailplanung und begründet keinen Anspruch auf einen Anschluss. Die Stadt weist in dieser ersten Fassung ausdrücklich keine verbindlichen Versorgungsgebiete aus. Zweitens: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, das seit dem 29. Juli 2026 gilt, ist die Kopplung der Heizungsvorgaben an die kommunale Wärmeplanung entfallen. Damit sind auch die 65-Prozent-Pflicht für neue Heizungen und die Austauschpflicht für 30 Jahre alte Gas- und Ölheizungen gestrichen.
Praktisch heißt das: Niemand schreibt dir vor, auf ein Fernwärmenetz zu warten. In Veedeln wie Widdersdorf, Lövenich oder Libur wird es ohnehin keins geben, weil sich der Ausbau in lockerer Bebauung nicht rechnet. Und auch in dichter bebauten Stadtteilen wie Nippes oder Ehrenfeld entscheidest du mit einer eigenen Anlage selbst, wann du modernisierst, statt auf Ausbaupläne zu warten, die deine Straße erst in Jahren erreichen. Wie sich beide Systeme im Detail unterscheiden, haben wir im Vergleich Fernwärme oder Wärmepumpe aufgeschrieben.
Für den Klimapfad der Stadt ist die Wärmepumpe die zentrale Technologie: Köln will bis 2035 klimaneutral werden, und die Wärmeplanung sieht die Wärmepumpe ab 2035 mit einem Anteil von 36 % als wichtigste Wärmequelle im Stadtgebiet, noch vor der Fernwärme mit rund 27 %.

Das hängt davon ab, woher die Anlage ihre Wärme holt. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe brauchst du in Köln keine Genehmigung. Sie nutzt Umgebungsluft, es gibt keine Bohrung und kein wasserrechtliches Verfahren. Zu beachten sind nur die Abstandsflächen der Bauordnung NRW und die Schallgrenzwerte, dazu gleich mehr.
Anders bei Erdwärme: Für Erdsonden, Erdkollektoren und Grundwasserwärmepumpen verlangt die Stadt Köln eine wasserrechtliche Erlaubnis, weil die Bohrungen in grundwasserführende Schichten reichen. Zuständig ist die Abteilung Immissionsschutz, Wasser- und Abfallwirtschaft, der Antrag läuft in Papierform in dreifacher Ausfertigung. Erdsonden werden in Köln in der Regel 20 bis 35 Meter tief gebohrt.
In den Wasserschutzzonen I und II genehmigt die Stadt erdgekoppelte Anlagen grundsätzlich nicht, in den Zonen III, III A und III B prüft sie jeden Antrag für eine Erdsonde im Einzelfall. Ob dein Grundstück in einer Schutzzone liegt, erfährst du beim Bereich Boden- und Grundwasserschutz. Wenn du mit dem Gedanken an Erdwärme spielst, lohnt vorab ein Blick auf die geothermische Ergiebigkeit beim Geologischen Dienst NRW.
Der Aufwand ist der Grund, warum in Köln fast ausschließlich Luft-Wasser-Anlagen entstehen: kein Verfahren, keine Gutachten, kein Bohrunternehmen.
In der Südstadt, im Belgischen Viertel oder im Agnesviertel stehen Häuser dicht an dicht. Deshalb ist der Schallschutz hier keine Nebensache, sondern bestimmt mit, wo die Außeneinheit stehen kann. Maßgeblich sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm, gestaffelt nach Gebietstyp:
Entscheidend ist der Wert nachts und am Immissionsort, also am Fenster der Nachbarn, nicht direkt am Gerät. Moderne Anlagen erreichen im Nachtbetrieb rund 30 dB(A) in einigen Metern Abstand und liegen damit unter den strengsten Grenzwerten. Trotzdem planen wir die Aufstellung für jedes Objekt einzeln, weil reflektierende Wände in engen Innenhöfen den Pegel spürbar anheben. Mehr dazu findest du unter Schallschutz und beim Abstand zum Nachbarn.
In Siedlungshäusern aus den 50er und 60er Jahren, wie sie in Bilderstöckchen oder Poll stehen, kommt immer dieselbe Sorge: zu schlecht gedämmt. Die Praxis zeigt ein anderes Bild. Entscheidend ist nicht der Dämmstandard, sondern die Heizlast im Verhältnis zur vorhandenen Heizfläche. In Köln rechnen wir mit einer Norm-Außentemperatur von rund −8 °C, das milde Rheinklima ist für Luft-Wasser-Anlagen günstiger als fast jede andere Region in Deutschland.
Über das Jahr erreichen unsere Anlagen im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,8. Aus einer Kilowattstunde Strom werden also 3,8 Kilowattstunden Wärme. Für die KfW-Förderung ist eine rechnerische Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 Voraussetzung – das erreichen auch Hochtemperatur-Geräte im Bestand. Voraussetzung dafür ist eine saubere Heizlastberechnung statt einer Daumenregel. Wir setzen auf Geräte von Vaillant, Viessmann und Fox ESS, die Vorlauftemperaturen bis 75 °C liefern. Deine vorhandenen Heizkörper kannst du damit in den meisten Fällen weiternutzen, eine Fußbodenheizung ist keine Bedingung. Welche baulichen Punkte wirklich zählen, haben wir für die Wärmepumpe im Altbau zusammengestellt.

Hier wird es konkret, weil beide Preise vom selben Versorger kommen. Die RheinEnergie hat zum 1. Januar 2026 den Strompreis im Netzgebiet der RheinNetz auf 31,48 Cent pro Kilowattstunde gesenkt, der Erdgaspreis liegt bei 12,34 Cent.
Damit lässt sich rechnen. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,8 kostet eine Kilowattstunde Wärme aus der Wärmepumpe rund acht Cent. Eine Gasheizung mit 90 % Wirkungsgrad kommt auf rund 14 Cent für dieselbe Wärme. Der Abstand wächst weiter, weil der CO2-Preis auf Gas steigt, während Strom davon nicht im selben Maß betroffen ist.
Gerechnet haben wir mit dem normalen Haushaltstarif, nicht mit einem separaten Wärmepumpentarif. Das ist Absicht: Die Tarife haben sich weitgehend angeglichen, und die Mehrkosten für den zusätzlichen Zähler fressen den Vorteil meist wieder auf. Wie sich dein Verbrauch zusammensetzt, zeigen wir dir im Beitrag zum Stromverbrauch.
Deutlich mehr holst du über eigenen Solarstrom heraus: Mit einer Photovoltaikanlage liegen deine Stromgestehungskosten bei etwa 8 bis 12 Cent pro Kilowattstunde – und die Stadt Köln bezuschusst die Anlage zusätzlich.
Die Angebote für dieselbe Anlage gehen in Köln weit auseinander, und das liegt selten am Gerät. Es liegt daran, was im Preis steckt und was später als Nachtrag kommt. Achte auf drei Punkte: Ist die Heizlast berechnet oder geschätzt? Sind Elektroarbeiten, Speicher, Netzanmeldung und hydraulischer Abgleich enthalten? Und bleibt der Preis nach dem Vor-Ort-Termin derselbe?
Im großen Anbietertest von CHIP haben wir unter bekannten Wettbewerbern den ersten Platz belegt, mit Bestnoten in allen fünf Kategorien von der Website über die Angebotsqualität bis zur Kundenzufriedenheit. Besonders geprüft wurde dabei, ob Kostenvoranschlag und finales Angebot übereinstimmen. Die Einordnung dazu findest du in unserem Beitrag zum Anbietertest.
Dazu kommt, was du von uns als Kölner Unternehmen erwarten kannst:
Für Kölner Hausbesitzende ist die Lage 2026 übersichtlicher als seit Jahren. Der Wärmeplan liegt vor und zwingt niemanden in ein Netz. Das Gebäudemodernisierungsgesetz hat die Pflichten gestrichen, die vorher für Verunsicherung gesorgt haben. Und die Rechnung geht auf: rund acht Cent für die Kilowattstunde Wärme gegenüber 14 Cent aus der Gasheizung, bei einer Förderung, die je nach Haushalt bis zu 80 % der förderfähigen Kosten trägt.
Der einzige Punkt, der drängt, ist der Klimageschwindigkeitsbonus. Ab Februar 2027 sinkt er halbjährlich. Wer den Tausch in den nächsten zwei Jahren ohnehin vorhat, sichert sich jetzt den höchsten Satz.
Eine Wärmepumpe inklusive Einbau kostet rund 32.000 €. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit maximal 28.000 €. Je nach Fördersatz bleibt ein Eigenanteil zwischen rund 9.600 € bei voller Ausschöpfung und rund 19.100 € mit Grundförderung und Klimageschwindigkeitsbonus.
Die KfW zahlt 30 % Grundförderung, dazu kommen 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch einer alten fossilen Heizung und ein Einkommensbonus von 10 bis 40 %. Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, senkt der Familienzuschlag das anzusetzende Einkommen einmalig um 10.000 €. Kombiniert sind höchstens 70 % möglich, bei einem anzusetzenden Haushaltseinkommen bis 30.000 € bis zu 80 %. Regionale Programme der Stadt Köln kommen für Photovoltaik und Speicher obendrauf.
Nein. Der Kölner Wärmeplan dient der Orientierung und weist in seiner ersten Fassung keine verbindlichen Versorgungsgebiete aus. Ein Anspruch auf einen Anschluss entsteht daraus ebenso wenig wie eine Pflicht. Fernwärme deckt in Köln bislang rund 8 % des Wärmebedarfs.
Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht. Für Erdsonden, Erdkollektoren und Grundwasserwärmepumpen brauchst du eine wasserrechtliche Erlaubnis der Stadt Köln. In den Wasserschutzzonen I und II werden solche Anlagen grundsätzlich nicht genehmigt, in den Zonen III, III A und III B entscheidet die Stadt im Einzelfall.
Nein. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, das seit dem 29. Juli 2026 gilt, ist die Pflicht zu 65 % erneuerbarer Energie bei neuen Heizungen entfallen. Auch die Austauschpflicht für 30 Jahre alte Gas- und Ölheizungen und die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung sind gestrichen.
Moderne Anlagen erreichen im Nachtbetrieb rund 30 dB(A). In reinen Wohngebieten liegt der nächtliche Richtwert bei 35 dB(A), in allgemeinen Wohngebieten bei 40 dB(A). Gemessen wird am Fenster der Nachbarn, deshalb planen wir Standort und Ausrichtung in enger Bebauung individuell. Mehr dazu findest du unter Lautstärke.
In den meisten Kölner Bestandsgebäuden ja. Unsere Anlagen liefern Vorlauftemperaturen bis 75 °C, eine Umrüstung auf Fußbodenheizung ist dafür in der Regel nicht nötig. Ob es in deinem Haus aufgeht, zeigt die Heizlastberechnung.
In den seltensten Fällen. Der Preisabstand zum normalen Haushaltstarif liegt oft nur bei drei bis vier Cent, dem stehen ein zusätzlicher Zähler samt Zählermiete und der Aufwand im Zählerschrank gegenüber. Wenn du wissen willst, was deine Wärmepumpe wirklich verbraucht, zeigt dir das die Vamo App – dafür brauchst du keinen zweiten Zähler.
Der eigentliche Austausch im Haus dauert in der Regel drei Tage. Von der Beauftragung bis zur Montage vergehen meist wenige Wochen, abhängig von Gerätewahl und Förderantrag.
Ja. Die KfW-Förderung hängt nicht am Sanierungsstand des Gebäudes. Auch unsanierte Bestandsbauten aus den 50er und 60er Jahren sind förderfähig, solange eine fossile Heizung ersetzt wird und danach keine fossile Heizung im Gebäude verbleibt.
Ab dem 1. Februar 2027 sinkt die Förderung zweifach: Der Klimageschwindigkeitsbonus fällt alle sechs Monate um vier Prozentpunkte, gleichzeitig sinkt der Förderhöchstbetrag halbjährlich um 750 €. Im Standardfall kostet dich jedes halbe Jahr Wartezeit dadurch rund 1.400 € Zuschuss. Das ist der einzige echte Zeitdruck beim Thema Wärmepumpe – alles andere kannst du in Ruhe entscheiden.