
Deine Gasheizung läuft noch, aber die nächste Reparatur wird teuer. Gleichzeitig hörst du, dass deine Gemeinde gerade an einem Wärmeplan arbeitet. Also erst mal abwarten? Diese Frage stellen sich derzeit tausende Hausbesitzende in Thüringen, und die Antwort fällt in den meisten Fällen eindeutig aus.
Thüringen ist ein Flächenland mit vielen Ein- und Zweifamilienhäusern außerhalb der Ballungsräume. Ein Wärmenetz wird dort auf absehbare Zeit nicht ankommen, weil sich die Leitungen bei dieser Siedlungsdichte schlicht nicht rechnen. Genau das bestätigen die ersten fertigen Wärmepläne. Wer heute plant, entscheidet also nicht ins Blaue hinein, sondern kann sich auf eine ziemlich klare Datenlage stützen. Und auf eine Förderung, die 2026 ihren Höchststand erreicht hat und ab 2027 schrittweise sinkt.
Im Neubau ist die Entscheidung längst gefallen. Nach den Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik sind von den 780 im Jahr 2025 genehmigten Wohngebäuden 82,9 % für eine Wärmepumpe geplant, insgesamt 88,5 % für erneuerbare Wärme. Gas spielt bei Neubauten praktisch keine Rolle mehr.

Im Bestand sieht es anders aus, und dort liegt der eigentliche Hebel. Die Bestandsanalyse zum Erfurter Wärmeplan zeigt das Muster, das für weite Teile Thüringens gilt: In den innerstädtischen Lagen heizen die Menschen überwiegend mit Gas und Fernwärme, in den dörflichen Ortsteilen mit Gas und Holz. Jedes dieser Häuser steht in den kommenden Jahren vor derselben Entscheidung, und die CO₂-Bepreisung sorgt dafür, dass sie sich nicht beliebig lange aufschieben lässt.
Seit 2024 gilt das bundesweite Wärmeplanungsgesetz. Das Thüringer Ausführungsgesetz macht die Gemeinden zur planungsverantwortlichen Stelle. Das Thüringer Umweltministerium nennt zwei Fristen: Erfurt und Jena als Städte mit mehr als 100.000 Einwohnenden mussten ihren Plan bis zum 30. Juni 2026 veröffentlichen, alle übrigen Gemeindegebiete haben bis zum 30. Juni 2028 Zeit.
Der Wärmeplan teilt das Gemeindegebiet baublockbezogen in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete ein: Versorgung über ein Wärmenetz, über ein Gasnetz mit grünem Wasserstoff oder Methan, oder dezentral über eine eigene Anlage.
Wichtig für dich: Der Plan ist eine Orientierung, kein Bescheid. Für einzelne Gebäude und Grundstücke ist er rechtlich nicht bindend, und einen Anschlusszwang begründet er nicht. Warum die dezentrale Lösung dabei häufig besser abschneidet als gedacht, haben wir in unserem Beitrag zur kommunalen Wärmeplanung ausführlich aufgeschrieben.
Erfurt hat den Plan fristgerecht fertiggestellt und weist für rund 3.800 Baublöcke jeweils eine geeignete Versorgungsoption aus. Zur Auswahl stehen Fernwärme, Wasserstoff für Industrie und Gewerbe sowie die dezentrale Versorgung, etwa über eine Wärmepumpe. Für Gebiete mit geplantem Ausbau nennt der Plan zusätzlich den Zeithorizont, gestaffelt nach 2030, 2035, 2040 und 2045.
Praktisch: Stadt und Stadtwerke haben gemeinsam eine Informationsplattform freigeschaltet, auf der du für deine Adresse nachsehen kannst, welche Option für dein Gebäude vorgesehen ist. Steht dort eine dezentrale Versorgung oder ein Ausbauhorizont 2040, ist die Sache klar: Deine nächste Heizung wird keine Fernwärme.
Jena ist ein Sonderfall, weil die Stadt bereits eine hohe Anschlussquote hat. Rund 56 % der etwa 60.000 Haushalte beziehen Fernwärme. Die kommunale Wärmeplanung teilt das Stadtgebiet in mehr als 40 Versorgungsgebiete, und die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck beginnen in sechs Wohngebieten mit dem Anschluss.
Für alle Gebiete außerhalb dieser Karte bleibt die dezentrale Lösung. Und selbst innerhalb der Netzgebiete lohnt der Blick auf den Zeitplan: Wenn deine Straße erst in den 2040er-Jahren dran ist, deine Heizung aber jetzt am Ende ist, überbrückst du dieses Jahrzehnt nicht mit einem Gaskessel, für den es keine Förderung gibt.
In der Fläche läuft die Planung noch. Die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur unterstützt die Kommunen dabei und weist darauf hin, dass die Gemeinden einen Erstattungsanspruch gegenüber dem Land haben. Für dich als Eigentümerin oder Eigentümer heißt das: In den meisten Thüringer Orten liegt vor 2028 kein Plan vor, und ein Wärmenetz in einem Dorf mit 400 Einwohnenden wird auch danach nicht entstehen. Zwei Jahre Stillstand sind eine lange Zeit, wenn die Heizung 25 Jahre auf dem Buckel hat.
Die Förderung läuft bundesweit einheitlich über die KfW, nicht mehr über das BAFA. Zuständig ist das Programm 458, das die KfW zum 21. Juli 2026 angepasst hat. Seitdem gilt:
Kombinieren lassen sich die Bausteine bis zu einem Deckel von 70 %, in der niedrigsten Einkommensgruppe bis zu 80 %. Berücksichtigt werden förderfähige Kosten bis zu 28.000 € für die erste Wohneinheit, woraus sich ein maximaler Zuschuss von 22.400 € ergibt. Der frühere Effizienzbonus für besonders effiziente Geräte ist entfallen.
Familien profitieren dabei besonders: Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, wird das für den Einkommensbonus maßgebliche zu versteuernde Haushaltseinkommen einmalig um 10.000 € reduziert – unabhängig von der Kinderzahl. Dieser Familienzuschlag kann Familien in eine höhere Bonusstufe heben und ihnen so einen deutlich höheren Zuschuss sichern als Haushalten ohne Kinder mit demselben Bruttoeinkommen.
Wie sich die einzelnen Bausteine berechnen und welche Nachweise du brauchst, erklären wir Schritt für Schritt in unserem Überblick zur KfW-Förderung.

Nein. Der Freistaat legt derzeit kein eigenes Zuschussprogramm für Wärmepumpen in Privathaushalten auf. Das klingt nach einem Nachteil, ist in der Praxis aber kaum einer, weil die Bundesförderung mit bis zu 80 % ohnehin den Großteil abdeckt.
Drei Dinge lohnen sich trotzdem:
Die Heizungsförderung sinkt schrittweise. Die maximal förderfähigen Gesamtkosten fallen ab Februar 2027 im Halbjahresrhythmus, jeweils zum 1. Februar und zum 1. August, um 750 €. Auch der Klimageschwindigkeitsbonus wird abgeschmolzen. Wer den Tausch ohnehin vor sich hat, verschenkt mit jedem Halbjahr Wartezeit bares Geld. Und weil du den Antrag vor Vorhabenbeginn stellen musst, brauchst du etwas zeitlichen Vorlauf.
Preisunterschiede zwischen den Bundesländern gibt es kaum. Was den Preis bestimmt, ist dein Haus: Heizlast, Zustand der Heizkörper, Elektroinstallation, Warmwasserbedarf. Im Schnitt liegt eine Wärmepumpe inklusive Umrüstung bei 32.000 €, je zur Hälfte für Hardware sowie für Montage und Umbau. Bei einem durchschnittlichen Fördersatz von 50 % auf die gedeckelten 28.000 € förderfähigen Kosten bleiben rund 18.000 € Eigenanteil.
Wenn ohnehin ein Heizungstausch ansteht, amortisiert sich die Investition in der Regel nach sechs bis sieben Jahren. Diese Rechnung ist bewusst konservativ: Der CO₂-Preis liegt in der Prognose für 2026 bei 55 bis 65 € pro Tonne und steigt weiter, was Gas Jahr für Jahr verteuert. Finanzieren kannst du ab 89 € im Monat, der reale Durchschnitt über alle Projekte liegt bei 191 € monatlich. Mit Vamo Flex finanzieren wir dir den Förderanteil zinsfrei vor, bis die KfW an dich auszahlt. Du musst also nicht in Vorkasse gehen.
Einen detaillierten Überblick über alle Posten findest du in unserem Artikel zu den Kosten einer Wärmepumpe.
Was bei uns nicht passiert: nachträgliche Überraschungen. Unser Festpreisversprechen deckelt den Preis nach oben. Stellt sich bei der Detailplanung heraus, dass eine größere Anlage nötig ist, tragen wir die Mehrkosten. Reicht eine kleinere, geben wir die Ersparnis eins zu eins weiter. Auch der hydraulische Abgleich steckt bereits im Angebot und taucht nicht später als Zusatzposten auf.
Das ist die häufigste Sorge, und die Forschung hat sie inzwischen gründlich entkräftet. Das Fraunhofer ISE hat über vier Jahre 77 Wärmepumpenanlagen in Bestandsgebäuden vermessen. Luft-Wasser-Geräte erreichten dabei im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, erzeugen aus einer Kilowattstunde Strom also 3,4 Kilowattstunden Wärme. Die zentrale Erkenntnis der Forschenden: Dafür muss niemand sein Haus auf Neubaustandard sanieren.
Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, nicht das Baujahr. Je niedriger die Temperatur, mit der das Wasser in die Heizkörper geht, desto effizienter arbeitet die Anlage. Große Flächen helfen dabei, eine Fußbodenheizung ist aber keine Bedingung.
Oft reicht es, einzelne unterdimensionierte Heizkörper zu tauschen. Welche Voraussetzungen dein Haus mitbringen sollte, haben wir für die Wärmepumpe im Altbau zusammengefasst.
Wie sich das im Geldbeutel bemerkbar macht, zeigt eine Modellrechnung auf Basis unserer Realdaten. Für ein Haus mit 179 m² Wohnfläche und einem Wärmebedarf von 16.200 kWh im Jahr ergeben sich Jahreskosten von 1.800 € mit Gas, 2.025 € mit Öl und 1.279 € mit einer Wärmepumpe. Die Anlagen in unserer Flotte erreichen dabei im Jahresschnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,8, weil wir jede Anlage nach der Inbetriebnahme aus der Ferne weiter optimieren.
Thüringen hat seine Bauordnung 2024 novelliert und dabei eine spürbare Erleichterung eingeführt. Nach § 6 der Thüringer Bauordnung sind Wärmepumpen einschließlich Fundament und Einhausung ohne eigene Abstandsflächen zulässig, wenn sie höchstens 2 m hoch sind und je Grundstücksgrenze nicht mehr als 3 m Gesamtlänge beanspruchen. Die Außeneinheit darf also direkt an der Grenze stehen. Für alle so privilegierten Anlagen zusammen gilt auf einem Grundstück eine Obergrenze von 18 m.
Damit ist die Sache aber nicht erledigt, denn der Lärmschutz gilt unabhängig davon. Maßgeblich ist die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm. Im reinen Wohngebiet liegen die Richtwerte bei 50 dB(A) tagsüber und 35 dB(A) nachts, gemessen am Fenster der Nachbarschaft. Moderne Geräte schaffen das in der Regel problemlos, wenn der Aufstellort stimmt. Worauf du dabei achten solltest, erklären wir im Beitrag zur Lautstärke von Wärmepumpen.
Eine echte Genehmigung brauchst du nur bei Erdwärme: Sobald gebohrt wird, ist die untere Wasserbehörde im Spiel. Für die Luft-Wasser-Wärmepumpen, die wir einbauen, entfällt dieser Schritt.
Wir arbeiten deutschlandweit und digital. Die Beratung und die Datenaufnahme laufen per Video-Call, ein Vor-Ort-Termin zur Angebotserstellung ist nicht nötig. Das verbindliche Festpreisangebot bekommst du trotzdem sofort. Von der Anfrage bis zur Auftragsbestätigung vergehen im Schnitt 14 Tage. Die Installation selbst dauert vor Ort durchschnittlich drei Tage, weil unsere Prozesse automatisiert und eng aufeinander abgestimmt sind.
Demontage und fachgerechte Entsorgung der alten Anlage sind im Rundum-Service enthalten. Das ist nicht nur bequem, sondern Fördervoraussetzung: Die alte fossile Heizung darf nicht wieder in Verkehr gebracht werden, und dafür gibt es eine Nachweispflicht.
Ein Punkt, der in Thüringen regelmäßig für Diskussionen sorgt, ist der Stromzähler. Viele Versorger werben mit separaten Wärmepumpentarifen. Rechne das gründlich nach, bevor du zusagst: Der Preisabstand zu normalen Haushaltstarifen liegt häufig nur noch bei drei bis vier Cent je Kilowattstunde, während die Kaskadierung im Zählerschrank einmalig und die zweite Zählermiete dauerhaft kosten. In den meisten Fällen hebt sich der Vorteil damit auf.
Die reduzierten Netzentgelte nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz bekommst du auch in der pauschalen Variante, ganz ohne zweiten Zähler. Und wie viel deine Wärmepumpe tatsächlich verbraucht, weist die Vamo App getrennt von deinem Haushaltsstrom aus.
Für die meisten Häuser in Thüringen ist die Lage klarer, als sie sich anfühlt. Die kommunale Wärmeplanung schafft Orientierung, aber sie verpflichtet dich zu nichts und wird außerhalb von Erfurt, Jena und einigen Mittelzentren kaum ein Wärmenetz vor deine Tür bringen. Eine Wärmepumpe in Thüringen ist damit in aller Regel keine Wette auf die Zukunft, sondern die naheliegende Lösung.
Der finanzielle Rahmen spricht ebenfalls für 2026. Bis zu 80 % Zuschuss, keine bürokratischen Extrahürden durch Landesprogramme und eine Bauordnung, die das Aufstellen an der Grundstücksgrenze erlaubt. Ab Februar 2027 wird die Förderung halbjährlich abgeschmolzen. Wer den Tausch ohnehin plant, entscheidet jetzt günstiger als später.
Nein. Für den Heizungstausch ist seit 2024 ausschließlich die KfW zuständig, über das Programm 458. Den Antrag stellst du digital im Kundenportal „Meine KfW”, und zwar vor Vorhabenbeginn. Das BAFA fördert weiterhin andere Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Heizungsoptimierung, aber nicht den Einbau eines neuen Wärmeerzeugers.
Sie setzt sich aus 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und einem einkommensabhängigen Bonus von 10 bis 40 % zusammen. Der Gesamtfördersatz ist auf 70 % gedeckelt, bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 € auf 80 %. Bezogen auf die förderfähigen Kosten von 28.000 € sind so maximal 22.400 € Zuschuss möglich.
Für private Wärmepumpen derzeit nicht. Der Freistaat setzt auf zinsgünstige Darlehen der Thüringer Aufbaubank und auf kostenlose Beratung durch die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur. Vereinzelt fördern Kommunen oder Stadtwerke zusätzlich, das lohnt sich vor Ort zu prüfen.
In der Regel nicht. Der Wärmeplan ist für einzelne Gebäude rechtlich nicht bindend und begründet keinen Anschlusszwang. Er sagt dir lediglich, ob ein Wärmenetz in deinem Gebiet realistisch ist. Außerhalb von Erfurt und Jena liegt er vielerorts erst 2028 vor, während die Förderung bereits ab Februar 2027 sinkt.
Die Thüringer Bauordnung erlaubt Wärmepumpen bis 2 m Höhe und 3 m Gesamtlänge je Grundstücksgrenze ohne eigene Abstandsfläche. Unabhängig davon musst du die Richtwerte der TA Lärm einhalten, im reinen Wohngebiet 50 dB(A) tagsüber und 35 dB(A) nachts am Nachbarfenster.
Meistens nicht. Der Abstand zwischen Wärmepumpentarifen und normalen Haushaltstarifen ist auf häufig drei bis vier Cent je Kilowattstunde geschrumpft. Dem stehen die einmaligen Kosten für die Kaskadierung im Zählerschrank und die laufende zweite Zählermiete gegenüber. Die reduzierten Netzentgelte nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz erhältst du auch ohne zweiten Zähler.
Warte mit der Entscheidung nicht auf den Wärmeplan deiner Gemeinde. Die förderfähigen Höchstbeträge der KfW sinken ab Februar 2027 alle sechs Monate. Wer 2026 beantragt, sichert sich die aktuell höchste Förderstufe.