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14 Minuten
2.9.2026

Fernwärme oder Wärmepumpe: Welche Heizart ist besser?

Fernwärme oder Wärmepumpe? Wir vergleichen Anschlusszwang, Kosten und Freiheit, damit du die richtige Wahl für dein Zuhause triffst.

VAMO EXPERTEN TIPP

Die Wahl zwischen Fernwärme und Wärmepumpe hängt von den individuellen Gegebenheiten ab – während Fernwärme bequem ist, bietet die Wärmepumpe langfristig mehr Unabhängigkeit und Einsparpotenzial.

Ein Heizungstausch steht kurz bevor und du suchst nach der besten Heiztechnologie für dein Zuhause? Mit der Wahl zwischen Fernwärme und Wärmepumpe stehen dir zwei effiziente und umweltfreundliche Heizsysteme zur Verfügung. Doch welches System passt besser zu deinen Bedürfnissen und den Gegebenheiten vor Ort? Dieser Artikel hilft dir, die Vor- und Nachteile beider Technologien zu verstehen und zeigt, wie Vamo dir bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung helfen kann.

Das Thema kurz und kompakt

  • Effizienz: Eine Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärme, weil sie den größten Teil der Energie aus der Umwelt zieht. Bei Fernwärme entstehen dagegen Verluste auf dem Weg vom Heizwerk bis zu deiner Übergabestation.
  • Umweltfreundlichkeit: Beide alternativen Systeme können umweltfreundlich sein, abhängig von der Energiequelle.
  • Kosten: Die Initialkosten für Wärmepumpen können höher sein, jedoch gibt es attraktive staatliche Förderungen über die KfW.
  • Komplettpaket Wärmepumpe: Vamo begleitet dich deutschlandweit bei Planung, Installation und Wartung deiner Wärmepumpe und bietet flexible Finanzierungsoptionen ab 89 € monatlich.

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Fernwärme oder Wärmepumpe: So funktionieren die Heizsysteme

Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz vom 29. Juli 2026 schreibt dir kein Gesetz mehr vor, welche Technik du einbaust. Die Entscheidung liegt wieder bei dir – und damit auch die Frage, welches System sich über die nächsten 20 Jahre rechnet. Wenn es darum geht, ein effizientes und umweltfreundliches Heizsystem für dein Zuhause auszuwählen, stehen Fernwärme oder Wärmepumpe ganz oben auf der Liste. Beide Technologien bieten einzigartige Vorteile und basieren auf unterschiedlichen Funktionsprinzipien.

Ein Verständnis dieser Prinzipien kann dir helfen, die richtige Entscheidung für deine spezifischen Bedürfnisse zu treffen. In den folgenden Abschnitten werden die Betriebsweisen von Wärmepumpen und Fernwärme detailliert erläutert, um dir einen klaren Einblick in die Funktionsweise und Vorteile beider Systeme zu geben.

So funktionieren Wärmepumpen

Wärmepumpen nutzen thermische Energie aus der Umgebung – sei es aus der Luft, dem Boden oder dem Wasser. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, die jeweils auf unterschiedliche Weise arbeiten, erbringen aber alle effiziente Leistung im Sommer und im Winter.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme. Ein flüssiges Kältemittel in der Wärmepumpe nimmt diese Umweltwärme auf und verdampft. Der Kompressor der Wärmepumpe verdichtet das gasförmige Kältemittel, wodurch seine Temperatur weiter ansteigt. Anschließend gibt das heiße Gas die Wärme an das Heizungssystem ab und kondensiert wieder zu Flüssigkeit. Schließlich senkt ein Expansionsventil den Druck des Kältemittels, das danach wieder Wärme aufnehmen kann.
  • Erd-Wärmepumpe: Die Erd-Wärmepumpe nutzt die im Boden gespeicherte Wärme. Erdwärmesonden oder Erdkollektoren sind im Boden installiert und entziehen ihm Wärme. Ein Wärmeträgermedium, meist eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel, zirkuliert durch die Erdwärmesonden und nimmt die Bodenwärme auf. Über einen Wärmetauscher wird die Wärme an ein Kältemittel übertragen, das dann verdampft. Der Prozess der Verdampfung, Verdichtung, Kondensation und Druckminderung verläuft wie bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe verwendet Grundwasser als Wärmequelle. Das Grundwasser wird aus einem Brunnen entnommen und durch einen Wärmetauscher geführt, wobei es seine Wärme an ein Kältemittel abgibt, das dann verdampft. Der Kreislauf der Verdampfung, Verdichtung, Kondensation und Druckminderung erfolgt wie bei den anderen Wärmepumpentypen.
Darstellung des Funktionsprinzips einer Wärmepumpe mit der Nutzung von Umwelt- und Antriebsenergie, sowie der Wärmeerzeugung und -verteilung.

Wärmepumpen sind bekannt für ihre hohe Energieeffizienz. Sie können bis zu 75 % der benötigten Energie aus der Umwelt beziehen, was sie zu einer äußerst nachhaltigen Heizlösung macht. Die Wahl der passenden Wärmepumpe hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab, insbesondere von der Verfügbarkeit der jeweiligen Wärmequelle.

So funktioniert Fernwärme

Fernwärme basiert auf einem zentralen Heizkraftwerk, das Wärme durch Verbrennung fossiler Brennstoffe, Biomasse oder Abwärme aus industriellen Prozessen erzeugt. Die wichtigsten Schritte sind:

  1. Wärmeerzeugung:
    Fernwärme wird in Heizkraftwerken erzeugt, die verschiedene Energiequellen nutzen können, darunter fossile Brennstoffe (Öl, Kohle, Gas), erneuerbare Energien (Biomasse) oder industrielle Abwärme. Viele Fernwärmenetze nutzen die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), bei der am gleichen Standort gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt werden, was die Effizienz erhöht.
  2. Wärmetransport:
    Die erzeugte Wärme wird als heißes Wasser oder Dampf durch ein isoliertes Rohrnetzwerk zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Die Rohre sind gut isoliert, um Wärmeverluste auf dem Weg zu minimieren.
  3. Wärmeübergabe:
    In den Haushalten gibt ein Wärmetauscher die Fernwärme an das interne Heizungssystem und das Warmwasser ab. Das abgekühlte Wasser fließt vom Haus zurück zum Heizkraftwerk, wo es erneut erwärmt wird.
Infografik "Wie funktioniert Fernwärme"

Experten-Hinweis:

  • Die Nachhaltigkeit von Wärmepumpe oder Fernwärme hängt maßgeblich davon ab, ob ihr Betrieb auf nachhaltigen Energiequellen fußt.

Fernwärme ist besonders in städtischen Gebieten verbreitet, wo die hohe Bevölkerungsdichte die Infrastrukturkosten rechtfertigt. Sie ermöglicht eine zentrale Kontrolle der Emissionen und kann durch den Einsatz verschiedener Energiequellen flexibel angepasst werden. Um das Heizsystem nutzen zu können, muss dein Wohnhaus in der Nähe von Kraftwerken oder Industrieanlagen liegen, deren Abwärme in die Wärmenetze gespeist wird.

Karte von Deutschland mit den Regionen, in denen das Fernwärmenetz verbreitet ist, hervorgehoben in Orange.

Wie ökologisch ist Fernwärme?

Die ökologische Bewertung von Fernwärme hängt stark von den verwendeten Energiequellen und der Effizienz der Wärmeerzeugungsanlagen ab. Generell gilt Fernwärme als umweltfreundlich, da sie oft in Verbindung mit der Nutzung von Abwärme und erneuerbaren Energien steht.

Fernwärme wird häufig in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) erzeugt, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren. Diese Anlagen haben einen hohen Wirkungsgrad, da sie die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme nutzen, anstatt sie ungenutzt in die Umwelt abzugeben. Dies führt zu einer effizienteren Nutzung der eingesetzten Brennstoffe und reduziert den CO₂-Ausstoß im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen.

Kreisdiagramm, das die Herkunft der Fernwärme in Deutschland zeigt, aufgeteilt in fossile und erneuerbare Energiequellen sowie Abwärme.

Ein weiterer ökologischer Vorteil der Fernwärme ist die Möglichkeit, erneuerbare Energiequellen und industrielle Abwärme zu nutzen. In vielen Fernwärmenetzen wird Biomasse verbrannt, oder es wird Abwärme aus Industrieprozessen genutzt, die sonst verloren ginge. Diese Integration verschiedener Wärmequellen trägt dazu bei, die Umweltbelastung zu minimieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Ein gutes Beispiel für die ökologische Effizienz von Fernwärme ist die Nutzung von Geothermie. In einigen Regionen wird die natürliche Wärme des Erdinneren genutzt, um Gebäude zu heizen. Diese Methode ist besonders nachhaltig, da sie eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle nutzt und keine schädlichen Emissionen verursacht. Das macht das System äußerst konkurrenzfähig bei der Frage, ob du dich für Fernwärme oder Wärmepumpe entscheidest.

Trotz der vielen ökologischen Vorteile gibt es auch Herausforderungen: Die Umweltbilanz der Fernwärme hängt stark von den eingesetzten Brennstoffen ab. In Netzen, die hauptsächlich auf Kohle oder Gas setzen, kann die CO2-Bilanz weniger günstig ausfallen.

Fernwärme oder Wärmepumpe: Hast du überhaupt die Wahl?

Bevor du Kosten und Technik vergleichst, lohnt ein Blick auf eine Frage, die vielen gar nicht bewusst ist: Ob du frei entscheiden kannst, hängt auch davon ab, was deine Kommune plant. In den meisten Fällen bleibt die Entscheidung bei dir – aber es gibt Konstellationen, in denen sich das Zeitfenster schließt.

Was die kommunale Wärmeplanung für dich bedeutet

Seit dem Wärmeplanungsgesetz müssen alle Kommunen einen Wärmeplan erstellen. Für die rund 84 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ist die Frist am 30. Juni 2026 abgelaufen, alle übrigen Gemeinden haben bis zum 30. Juni 2028 Zeit. Der Plan teilt das Gemeindegebiet in voraussichtliche Versorgungsgebiete ein: Wo ein Wärmenetz kommen soll, wo das noch geprüft wird und wo es bei dezentraler Versorgung bleibt.

Wichtig für dich: Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz löst der Wärmeplan selbst keine Pflicht mehr aus. Liegt dein Grundstück in einem geplanten Wärmenetzgebiet, musst du dich deshalb weder anschließen, noch hast du einen Anspruch darauf, angeschlossen zu werden. Trotzdem lohnt der Blick in den Plan deiner Kommune, bevor du dich festlegst – er zeigt dir, ob überhaupt ein Netz in deine Straße kommt und wann.

Wann eine Kommune den Anschluss vorschreiben darf

Eine echte Anschlusspflicht kann nur über eine kommunale Satzung entstehen, die sogenannte Fernwärmesatzung mit Anschluss- und Benutzungszwang. Sie gilt unabhängig vom Wärmeplan. Liegt dein Haus im Gebiet einer solchen Satzung, hast du einen Anspruch auf den Anschluss – aber eben auch die Pflicht dazu.

Drei Punkte entschärfen das:

  • Die Pflicht greift in aller Regel erst dann, wenn du deine Heizung ohnehin austauschst. Eine bestehende Anlage darfst du weiterbetreiben.
  • Wer sich bereits mit erneuerbaren Energien selbst versorgt, etwa mit einer Wärmepumpe, ist im Regelfall vom Anschluss- und Benutzungszwang freigestellt oder auf Antrag durch Bescheid der Kommune freizustellen.
  • Ein Rechtsgutachten im Auftrag des Bundesverbands Wärmepumpe kommt zu dem Schluss, dass ein Zwang gegenüber einer emissionsarmen dezentralen Heizung meist unverhältnismäßig ist. Satzungen müssen deshalb ausdrückliche Ausnahmen vorsehen.

Praktisch heißt das: Prüfe, ob deine Gemeinde eine Fernwärmesatzung hat, und wenn ja, welche Befreiungstatbestände darin stehen. Beides findest du im kommunalen Satzungsrecht deiner Stadt.

Was mit der Förderung passiert, wenn dein Gebiet ans Netz soll

Hier liegt der Punkt, der bei der Entscheidung am meisten Geld kostet und den kaum jemand kennt. Im Merkblatt zum KfW-Programm 458 steht ein Förderausschluss: Soll ein Grundstück aufgrund einer kommunalen Entscheidung an ein Wärmenetz angeschlossen werden – etwa durch den Beschluss einer Satzung oder einen Anschluss- und Benutzungszwang –, wird ausschließlich der Netzanschluss gefördert und nicht mehr der Einbau einer Einzelheizung.

Der Ausschluss greift nur, wenn die Kommune diese Entscheidung tatsächlich getroffen und transparent gemacht hat. Bis dahin ist deine Wärmepumpe voll förderfähig. Wenn in deiner Stadt eine Fernwärmesatzung im Gespräch ist, entscheidet der Zeitpunkt also darüber, ob du bis zu 80 % Zuschuss für eine Wärmepumpe bekommst oder gar keinen. Wie sich die Förderung zusammensetzt, liest du in unserem Überblick zur KfW-Förderung für Wärmepumpen.

Wann Fernwärme die bessere Wahl ist

Wir bauen Wärmepumpen, deshalb hier ganz offen: Es gibt Fälle, in denen Fernwärme die sinnvollere Lösung ist. Dazu zählen dichte Innenstadtlagen ohne Platz für eine Außeneinheit, Gebäude unter Denkmalschutz mit strengen Auflagen für Fassade und Außenbereich, sowie Häuser, in denen bereits eine Übergabestation sitzt und der Anschluss bezahlt ist. Wenn eine dieser Situationen auf dich zutrifft, sagen wir dir das in der Beratung auch.

Fernwärmerohre zwischen grünen Büschen und Bäumen

Was kostet Fernwärme oder Wärmepumpe?

Die Kosten für die Installation und den Betrieb von Fernwärme oder Wärmepumpen können erheblich variieren. Es ist wichtig, sowohl die Anschaffungs- als auch die laufenden Kosten zu berücksichtigen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Wärmepumpe-Kosten

Die Anschaffungskosten für Wärmepumpen variieren je nach Typ und Größe der Anlage. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Schnitt rund 30.000 €. Weil die KfW höchstens 28.000 € anrechnet, bleibt bei einem Fördersatz von 80 % ein Eigenanteil von etwa 7.600 €, bei 46 % sind es rund 17.000 €. Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen liegen wegen der Bohrungen und Erdarbeiten deutlich höher, in der Regel zwischen 40.000 und 70.000 €. Die Betriebskosten einer Wärmepumpe sind im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen relativ gering, da sie einen Großteil der benötigten Energie aus der Umgebung bezieht. Allerdings können die Stromkosten, abhängig von der Effizienz der Pumpe und dem Stromtarif, variieren.

Ein großer Vorteil von Wärmepumpen ist die Möglichkeit, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen. Diese bieten attraktive Zuschüsse für die Installation von Wärmepumpen, sodass die finanzielle Belastung erheblich reduziert werden kann. Vamo unterstützt dich nicht nur bei der Auswahl der geeigneten Wärmepumpe, sondern auch bei der Beantragung der maximalen Fördermittel, um die Investitionskosten zu senken.

Fernwärme-Kosten

Die Kosten für Fernwärme setzen sich aus den Anschlusskosten und den laufenden Verbrauchskosten zusammen. Die Anschlusskosten können stark variieren und liegen meist zwischen 5.000 und 10.000 €, abhängig von der Entfernung zum nächstgelegenen Fernwärmenetz und den baulichen Gegebenheiten des Gebäudes. Laufende Kosten werden in der Regel in Form von Grund- und Verbrauchsgebühren berechnet. Die Grundgebühr deckt die Fixkosten für den Anschluss und die Nutzung des Fernwärmenetzes ab, während die Verbrauchsgebühren auf der tatsächlich abgenommenen Wärmemenge basieren.

Fernwärme ist oft in städtischen Gebieten kosteneffizienter, da die hohe Bevölkerungsdichte die Verteilungskosten senkt. Wie sich dein Preis entwickelt, hängt allerdings weniger vom Markt ab als bei jedem anderen Heizsystem – und mehr von deinem Versorger.

Warum du den Anbieter nicht wechseln kannst

Fernwärme ist kein liberalisierter Markt. Pro Netz gibt es genau einen Versorger, ein zweites Leitungsnetz existiert nicht. Wer einmal angeschlossen ist, kann den Anbieter nicht wechseln – anders als bei Strom oder Gas. Das Bundeskartellamt stuft Fernwärmeversorger in ihrem Netzgebiet deshalb als marktbeherrschend ein.

Wie lange dich ein Fernwärmevertrag bindet

Nach § 32 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme sind Vertragslaufzeiten von bis zu zehn Jahren zulässig. Kündigst du nicht spätestens neun Monate vor Ablauf, verlängert sich der Vertrag stillschweigend um weitere fünf Jahre. Verkaufst du dein Haus, tritt die Käuferin oder der Käufer in den bestehenden Vertrag ein.

Wie die Preise zustande kommen

Du zahlst einen Grundpreis für die bereitgestellte Leistung und einen Arbeitspreis für die abgenommene Wärme. Ändern darf der Versorger beides nur über eine Preisanpassungsklausel nach § 24 AVBFernwärmeV. Diese muss zwei Dinge abbilden: die tatsächliche Kostenentwicklung beim Versorger und die allgemeine Lage auf dem Wärmemarkt.

In der Praxis ist genau das strittig. Das Bundeskartellamt führt seit Ende 2023 Verfahren gegen sieben Stadtwerke und Fernwärmeversorger und prüft die Preisanpassungsklauseln von neun Netzen. Bei vier davon hat sich der Anfangsverdacht nach Angaben der Behörde erhärtet: Das Marktelement sei zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher zu gering gewichtet worden. Die Verfahren laufen noch, entschieden ist nichts. Parallel läuft eine Musterfeststellungsklage des Verbraucherzentrale Bundesverbands zu Preisklauseln, die den Wärmepreis stark an Gasindizes koppeln.

Für deine Entscheidung heißt das nicht, dass Fernwärme teuer sein muss – die Preise unterscheiden sich von Netz zu Netz erheblich. Es heißt aber, dass du dir vor der Unterschrift das Preisblatt und die Preisanpassungsklausel deines konkreten Versorgers ansehen solltest, weil du sie über eine lange Laufzeit nicht mehr verlassen kannst.

Staatliche Förderungen für Fernwärme oder Wärmepumpe sichern

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet umfangreiche Zuschüsse für die Installation energieeffizienter Heizsysteme. Im Rahmen der BEG können Hausbesitzer Fördermittel für die Installation von Wärmepumpen beantragen.

Für Wärmepumpen sind bis zu 70 % der förderfähigen Kosten als Zuschuss möglich, bei einem anzusetzenden Haushaltseinkommen bis 30.000 € bis zu 80 %. Die Heizungsförderung der KfW besteht aus einer Grundförderung von 30 %, einem gestaffelten Einkommensbonus von 40 %, 30 % oder 10 % je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen und dem Klimageschwindigkeitsbonus von aktuell 16 %. Letzterer sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um vier Prozentpunkte. Der frühere Effizienzbonus für natürliche Kältemittel ist zum 21. Juli 2026 entfallen – ein natürliches Kältemittel ist jetzt Voraussetzung für die Förderung.

Der Anschluss an das Wärmenetz der Fernwärme wird ebenfalls über dasselbe KfW-Programm (458) gefördert wie die Wärmepumpe. Die Basisförderung beträgt auch hier 30 % der förderfähigen Kosten, die bei 28.000 € für die erste Wohneinheit gedeckelt sind (Grenze sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 €). Auch der Klimageschwindigkeitsbonus wird für den Anschluss ans Wärmenetz gewährt – aktuell 16 %, ebenfalls mit halbjährlicher Abschmelzung ab 01.02.2027.

Fernwärme vs. Wärmepumpe: Jetzt Wärmepumpe finanzieren oder kaufen mit Vamo

KriteriumFernwärmeWärmepumpe
EffizienzAbhängig von Erzeugung und NetzverlustenJahresarbeitszahl von 3 bis 4, spart bis zu 65 % Heizkosten
UmweltfreundlichkeitHängt vom Brennstoffmix des Netzes abSehr gut mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik
AnschaffungskostenAnschluss und Übergabestation, meist 5.000 bis 10.000 €Rund 30.000 €, nach Förderung 7.600 bis 17.000 € Eigenanteil
BetriebskostenGrundpreis plus Arbeitspreis, Anpassung über Preisklausel500 bis 900 € Stromkosten im Jahr, plus rund 300 € Wartung
FördermöglichkeitenNetzanschluss über KfW 458, Grundförderung und KlimageschwindigkeitsbonusÜber KfW 458, bis zu 80 % – entfällt, wenn die Kommune den Anschluss ans Wärmenetz beschlossen hat
AnbieterwahlEin Netz, ein Versorger, kein Wechsel möglichFreie Wahl von Gerät, Betrieb und Stromtarif
VertragsbindungBis zu zehn Jahre, Verlängerung um fünf JahreKeine, die Anlage gehört dir
EinsatzgebietDicht besiedelte Gebiete mit vorhandenem NetzEin- und Zweifamilienhäuser, Stadt wie Land
WartungGering, zentrale VersorgungJährlich, bei Vamo im Service enthalten

Mit Vamo hast du die Möglichkeit, eine Wärmepumpe nicht nur zu kaufen, sondern auch ab 89 € pro Monat zu finanzieren. Dies bietet dir maximale Flexibilität und die Möglichkeit, ohne hohe Anfangsinvestitionen von den Vorteilen einer Wärmepumpe zu profitieren.

  • Rundum-Service: Vamo begleitet dich von der Planung über die Installation bis hin zur Wartung deiner Luft-Wasser-Wärmepumpe. Das bedeutet weniger Stress und Aufwand für dich.
  • Schnelle Umsetzung: In nur 30 Tagen zur eigenen Wärmepumpe – Vamo garantiert eine schnelle und effiziente Installation.
  • Flexibles Finanzierungsmodell: Mit der Möglichkeit, eine Wärmepumpe ab 89 € monatlich zu finanzieren, hast du eine kostengünstige Einstiegslösung.
  • Erhebliche Kosteneinsparungen: Mit einer Wärmepumpe von Vamo kannst du bis zu 65 % deiner Heizkosten sparen.
  • Staatliche Förderung: Wir unterstützen dich dabei, staatliche Fördermittel zu sichern, wodurch die Anschaffungskosten erheblich gesenkt werden können.
  • Qualität und Expertise: Vamo trägt das Gütesiegel „Fachbetrieb Wärmepumpe" und ist Mitglied im Bundesverband Wärmepumpe, was für hohe Qualität und Zuverlässigkeit steht.
  • Kundensupport: Mit unserem umfassenden Service und Support musst du dir keine Sorgen um die Wartung und den Betrieb deiner Wärmepumpe machen.

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Dann buche dir ein kostenfreies Beratungsgespräch. Die Expertinnen und Experten von Vamo beantworten deine Fragen gerne und helfen dir weiter.

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FAQ

Was ist besser, Fernwärme oder Wärmepumpe?

Beide Heizsysteme haben ihre Vor- und Nachteile. Fernwärme ist besonders in städtischen Gebieten effizient und bequem, während Wärmepumpen eine hohe Energieeffizienz und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bieten. Die beste Wahl zwischen Fernwärme oder Wärmepumpe hängt von deinen individuellen Bedürfnissen und den Gegebenheiten deines Wohnortes ab.

Wann lohnt sich Fernwärme?

Fernwärme lohnt sich besonders in dicht besiedelten Gebieten, in denen das Netz bereits vor der Tür liegt und der Hausanschluss vorhanden ist. Sie braucht keinen Platz für eine Außeneinheit und keine baulichen Veränderungen am Grundstück, was sie bei Denkmalschutz oder sehr engen Grundstücken interessant macht. Rechne dafür den Grundpreis, den Arbeitspreis und die Vertragslaufzeit gegen die Kosten einer geförderten Wärmepumpe.

Was ist günstiger, Wärmepumpe oder Fernwärme?

Die Kosten von Fernwärme oder Wärmepumpe hängen stark von den spezifischen Bedingungen und den lokalen Preisen ab. Wärmepumpen haben oft höhere Anschaffungskosten, aber niedrigere Betriebskosten. Fernwärme kann durch niedrigere Anfangsinvestitionen und stabile Betriebskosten punkten, besonders in städtischen Gebieten mit existierender Infrastruktur.

Kann man mit Fernwärme eine Fußbodenheizung betreiben?

Ja, Fernwärme kann problemlos zur Beheizung von Fußbodenheizungen verwendet werden. Die Wärme wird über Wärmetauscher an das Heizungssystem des Gebäudes abgegeben, unabhängig davon, ob es sich um Radiatoren oder Fußbodenheizungen handelt.

Muss ich mich an die Fernwärme anschließen?

Nur wenn deine Kommune eine Fernwärmesatzung mit Anschluss- und Benutzungszwang erlassen hat. Der kommunale Wärmeplan allein reicht dafür nicht aus – er begründet weder eine Pflicht noch einen Anspruch. Besteht eine Satzung, greift die Pflicht in der Regel erst beim nächsten Heizungstausch. Wer sich bereits mit erneuerbaren Energien selbst versorgt, wird im Regelfall freigestellt oder ist auf Antrag zu befreien.

Bekomme ich Förderung für eine Wärmepumpe, wenn mein Gebiet ans Wärmenetz soll?

Nur solange die Kommune noch keine Entscheidung getroffen hat. Sobald ein Grundstück aufgrund einer kommunalen Entscheidung an ein Wärmenetz angeschlossen werden soll, fördert die KfW ausschließlich den Netzanschluss und nicht mehr den Einbau einer Einzelheizung. Wenn in deiner Stadt eine Fernwärmesatzung diskutiert wird, entscheidet der Zeitpunkt deines Antrags über bis zu 22.400 € Zuschuss.

Komme ich aus einem Fernwärmevertrag wieder raus?

Erst zum Ende der Laufzeit, und die kann bis zu zehn Jahre betragen. Kündigst du nicht spätestens neun Monate vorher, verlängert sich der Vertrag automatisch um fünf weitere Jahre. Einen Anbieterwechsel gibt es nicht, weil pro Netz nur ein Versorger existiert. Deshalb lohnt es sich, Preisblatt und Preisanpassungsklausel schon vor dem Anschluss genau zu lesen.

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