
Dein Ölkessel ist in die Jahre gekommen, der Tank muss vor dem Winter wieder voll werden, und auf dem Lieferschein steht 2026 ein deutlich höherer Preis als vor einem Jahr. Da liegt die Frage nahe: einfach einen neuen Ölkessel einbauen oder jetzt umsteigen? Wir zeigen dir, was eine neue Ölheizung über ihre Laufzeit kostet, welche Regeln ab 2029 für sie gelten und wann der Wechsel zur Wärmepumpe die meiste Förderung bringt.
Rechtlich steht dir die Ölheizung wieder offen. Wirtschaftlich entscheidet etwas anderes: was dich jede Kilowattstunde Wärme in den nächsten Jahren kostet. Und da liegt die Wärmepumpe klar vorn, unabhängig davon, ob du mit dem Ölpreis von heute oder von vor dem Krieg rechnest.
Für die Rechnung nehmen wir ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf im Jahr. Ein Liter Heizöl liefert rund 10 kWh, ein neuer Öl-Brennwertkessel nutzt davon großzügig gerechnet 90 %. Die Wärmepumpe rechnen wir mit einer Jahresarbeitszahl von 3,8, wie sie unsere Anlagen im Schnitt erreichen, und mit dem normalen Haushaltstarif von 30 ct pro kWh. Einen separaten Wärmepumpentarif brauchst du dafür nicht.
Der Abstand ist 2026 auf rund 2.170 € im Jahr gewachsen. Auch die Strompreise sind in diesem Jahr gestiegen, die Rechnung kippt dadurch aber nicht: Selbst bei 35 ct pro kWh kostet die Kilowattstunde Wärme aus der Wärmepumpe gut 9 ct. Der Grund ist die Effizienz. Die Wärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom fast vier Kilowattstunden Wärme, der Ölkessel verbrennt für jede Kilowattstunde Wärme mehr als eine Kilowattstunde Öl. Wie sich beide Systeme bei Effizienz, Umweltbilanz und Platzbedarf unterscheiden, zeigt unser Vergleich von Wärmepumpe und Ölheizung.
Mit dem Iran-Krieg Ende Februar 2026 kletterte Heizöl binnen weniger Tage von unter 100 auf 120 € je 100 Liter. Dabei blieb es nicht: Mitte Oktober kostet Heizöl im Bundesschnitt 168,70 € je 100 Liter und damit rund 45 € mehr als drei Monate zuvor. Wer 2025 einen neuen Ölkessel gekauft hat, konnte das nicht einplanen.
Genau das ist der Kern der Entscheidung. Mit einer neuen Ölheizung kaufst du nicht nur ein Gerät, du legst dich für ihre gesamte Laufzeit auf einen Brennstoff fest, dessen Preis an der Weltlage hängt. 2026 zeigt, wie schnell sich diese Wette drehen kann.

Ein eigener Tank gilt als Vorteil, weil du Heizöl auf Vorrat kaufen kannst. Das sichert dir die Versorgung, aber nicht den Preis. Jede neue Füllung kaufst du zum Tagespreis. Ein Tank, den du vor der Krise günstig gefüllt hast, bringt dich durch einen Winter. Beim nächsten Nachkauf zahlst du, was der Markt dann verlangt.
Das ist möglich. Entspannt sich die Lage am Persischen Golf, kann Heizöl auch wieder günstiger werden. Seriös vorhersagen kann das niemand. Für deine Entscheidung ändert es aber wenig: Die Tabelle oben zeigt, dass die Wärmepumpe schon beim Vorkriegspreis günstiger heizt. Dazu kommen zwei Kostenfaktoren, die unabhängig vom Weltmarkt steigen: der CO₂-Preis und die Bio-Treppe.
Die Rechnung einer Ölheizung besteht aus drei Teilen: der Anschaffung, dem Brennstoff und den gesetzlichen Aufschlägen. Der Kessel ist dabei der kleinste Posten.
Zur Anschaffung gehören der Brennwertkessel mit Brenner und Regelung, in der Regel ein Warmwasserspeicher und die Montage. Dazu kommen zwei Posten, die du im Angebot gezielt prüfen solltest. Ein Brennwertkessel braucht eine Abgasleitung, die mit kondensierenden Abgasen zurechtkommt. Passt dein alter Schornstein dafür nicht, muss der Heizungsbauer ihn nachrüsten. Und einen älteren Öltank lässt du prüfen, im Zweifel brauchst du einen neuen. Wie hoch die Summe in deinem Haus ausfällt, hängt stark davon ab, was du weiter nutzen kannst. Eine staatliche Förderung gibt es für eine neue Ölheizung nicht.
Auf jeden Liter Heizöl fällt der CO₂-Preis an. Der Bundestag berät, ihn 2027 wie schon 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 € pro Tonne zu halten. Am oberen Ende sind das rund 20 Cent pro Liter. Wie sich der Aufschlag zusammensetzt, rechnen wir im Beitrag zur CO₂-Steuer auf Heizöl nach.
Ab 2028 ändert sich die Preisbildung. Dann löst der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr den nationalen CO₂-Preis ab, und der Zertifikatspreis bildet sich europaweit am Markt. Eine feste Obergrenze wie heute gibt es dann nicht mehr. Eine Ölheizung, die du 2026 kaufst, läuft die meisten ihrer Betriebsjahre in diesem System.
Für jede Öl- oder Gasheizung, die du seit dem 29. Juli 2026 neu einbaust, gilt die Bio-Treppe. Laut dem Umweltministerium Baden-Württemberg musst du ab 2029 mindestens 10 % Bioheizöl, Biogas oder Wasserstoff einsetzen, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %.
Für deine Heizkosten ist das ein Kostenpfad, der schon im Gesetz steht. Bioheizöl ist teurer als fossiles Heizöl, und mit jeder Stufe wächst sein Anteil an deiner Rechnung. Die Verbraucherzentrale NRW sieht genau hier den Knackpunkt für neue Öl- und Gasheizungen: teure Biobrennstoffe, dazu ein steigender CO₂-Preis. Eine Wärmepumpe betrifft die Bio-Treppe nicht.

Du musst nichts überstürzen. Deine bestehende Ölheizung darf weiterlaufen und repariert werden, eine Austauschpflicht gibt es mit dem neuen Gesetz nicht. Ein Einbauverbot ebenso wenig, was stattdessen gilt, liest du im Überblick, was nach dem GModG für Ölheizungen gilt.
Spannend wird es, wenn mehr als eine Reparatur ansteht. Ein neuer Brenner oder eine neue Regelung kann eine alte Anlage noch eine Weile am Laufen halten und kostet überschaubar. Ein neuer Kessel ist dagegen eine neue Ölheizung, mit Bio-Treppe und allen Kosten aus dem Abschnitt oben.
Unsere Empfehlung: Nutze die Zeit, die eine Reparatur dir verschafft, um den Umstieg in Ruhe zu planen. Solange deine Ölheizung funktioniert, sicherst du dir den vollen Klimabonus. Wartest du, bis sie ausfällt, entscheidest du unter Zeitdruck und mit weniger Förderung.
Die KfW fördert den Umstieg auf eine Wärmepumpe mit einem Zuschuss aus drei Bausteinen:
Zusammen sind maximal 80 % der förderfähigen Kosten möglich, bei einem Einfamilienhaus gerechnet auf bis zu 28.000 €. Vor dem Antrag brauchst du eine Bestätigung zum Antrag von einem Fachunternehmen.
Beim Klimabonus zählt der Kalender. 16 % gibt es für Anträge bis zum 31. Januar 2027, danach sinkt der Bonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt ab dem 1. August 2028. Maßgeblich ist das Datum deines Antrags, nicht der Einbau.
Was das in Euro bedeutet: Eine Wärmepumpe kostet bei uns im Schnitt 32.000 €. Mit einem durchschnittlichen Fördersatz von 50 % auf die gedeckelten 28.000 € erhältst du 14.000 € Zuschuss, dein Eigenanteil liegt dann bei rund 18.000 €. Wie sich die Boni im Detail zusammensetzen und wann du was einreichst, erklärt unser Ratgeber zur KfW-Förderung für Wärmepumpen.
Häuser mit Ölheizung sind typischerweise ältere Einfamilienhäuser mit Heizkörpern, häufig auf dem Land und ohne Gasanschluss. Das ist kein Hindernis. Entscheidend ist, mit welcher Vorlauftemperatur deine Heizkörper die Räume warm bekommen. In vielen Bestandshäusern reicht dafür eine Wärmepumpe ohne große Umbauten, manchmal lohnt es sich, einzelne Heizkörper zu tauschen.
Ein praktischer Nebeneffekt: Mit der Ölheizung verschwindet auch der Tank. Der Raum, den er heute belegt, steht dir danach wieder zur Verfügung. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe selbst braucht einen Platz für die Außeneinheit und etwas Raum im Keller oder Hauswirtschaftsraum.
Eine Kombination aus Wärmepumpe und Ölkessel kann in Ausnahmefällen eine Option sein. Wir empfehlen sie in der Regel nicht, weil du damit weiter vom Ölpreis abhängst und zwei Systeme warten musst. Ob dein Haus bereit für die reine Wärmepumpe ist, hängt weniger vom Baujahr ab als von Heizkörpern und Vorlauftemperatur, mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Bei uns bekommst du schon im Beratungsgespräch ein verbindliches Festpreisangebot, digital per Videoberatung und ohne Vor-Ort-Termin. Was du im Beratungsgespräch als Preis siehst, ist auch das, was am Ende auf der Rechnung steht. Die Demontage und Entsorgung deiner alten Heizung sind im Festpreis enthalten.
Bei der Förderung begleitet dich unser Förderservice: Wir erstellen die Bestätigung zum Antrag, mit der du den Zuschuss bei der KfW selbst beantragst. Damit du nicht in Vorkasse gehen musst, finanzieren wir mit Vamo Flex deinen Förderanteil zinsfrei vor, bis die KfW-Förderung an dich ausgezahlt wird. Wenn du lieber in Raten zahlst, geht das ab 89 € im Monat, im Schnitt zahlen unsere Kunden 191 € im Monat.
Die Anmeldung der Wärmepumpe beim Netzbetreiber übernehmen wir. Während der Installationstage hast du keine Heizung und kein warmes Wasser und solltest vor Ort sein. Wie der Austausch Schritt für Schritt abläuft, beschreiben wir unter Ölheizung austauschen.
Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz ist die Ölheizung keine rechtliche Frage mehr, sondern eine wirtschaftliche. Und diese Rechnung geht für eine neue Ölheizung kaum auf. Die Wärmepumpe heizt schon beim Ölpreis von vor dem Krieg günstiger, 2026 hat sich der Abstand mehr als verdoppelt. Der CO₂-Preis wandert ab 2028 in den europäischen Markt, die Bio-Treppe verteuert neue Ölheizungen ab 2029 Stufe für Stufe.
Wenn deine Ölheizung noch läuft, ist jetzt ein guter Moment für die Planung. Solange sie funktioniert, sicherst du dir den vollen Klimabonus von 16 %, wenn du bis Ende Januar 2027 beantragst.
Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, und es erlaubt neue Öl- und Gasheizungen wieder ohne die frühere 65-Prozent-Pflicht. Dafür gilt für jede neu eingebaute Ölheizung die Bio-Treppe. Ab 2029 musst du einen Mindestanteil Bioheizöl oder anderer klimafreundlicher Brennstoffe einsetzen, beginnend mit 10 % und steigend auf 60 % im Jahr 2040. Diese Pflicht gilt für die gesamte Laufzeit der neuen Anlage.
Die Anschaffung besteht aus Brennwertkessel, Brenner, Regelung, Warmwasserspeicher und Montage. Je nach Haus kommen eine neue Abgasleitung und ein neuer Öltank dazu. Eine Förderung gibt es dafür nicht. Teurer als die Anschaffung ist der Betrieb: In einem Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf kostet allein das Heizöl beim Preis vom Oktober 2026 rund 3.750 € im Jahr. Dazu kommen ab 2029 die Mehrkosten der Bio-Treppe.
Nein. Die KfW fördert nur klimafreundliche Heizungen wie die Wärmepumpe, den Anschluss an ein Wärmenetz oder Biomasseheizungen. Für eine neue Ölheizung zahlst du den vollen Preis selbst. Ersetzt du deine funktionierende Ölheizung dagegen durch eine Wärmepumpe, kannst du je nach Einkommen und Wohnsituation zwischen 30 % und 80 % der förderfähigen Kosten als Zuschuss erhalten.
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz gibt es keine allgemeine Austauschpflicht mehr. Deine bestehende Ölheizung darfst du weiter betreiben und reparieren lassen, die Bio-Treppe gilt für sie nicht. Teurer wird der Betrieb trotzdem, weil der CO₂-Preis auf jeden Liter Heizöl anfällt und sich ab 2028 am europäischen Markt bildet. Planst du ohnehin einen Umstieg, lohnt es sich, ihn anzugehen, solange die alte Anlage noch funktioniert.
Das kann niemand seriös vorhersagen. Der starke Anstieg 2026 hängt vor allem am Iran-Krieg und an der Lage in der Straße von Hormus. Entspannt sich die Situation, kann der Ölpreis wieder fallen. Zwei Kostenfaktoren bleiben aber unabhängig davon: der CO₂-Preis, der ab 2028 ohne feste Obergrenze am Markt entsteht, und die Bio-Treppe für neue Ölheizungen ab 2029. Selbst beim Vorkriegspreis heizt eine Wärmepumpe günstiger.
Nach dem Umstieg brauchst du den Tank nicht mehr. Ein Fachbetrieb pumpt das restliche Heizöl ab, reinigt den Tank und kann ihn danach ausbauen. So gewinnst du Platz im Keller, unter Umständen genau dort, wo später Speicher oder Inneneinheit der Wärmepumpe stehen können. Ob und wie der Ausbau deines Tanks im Angebot enthalten ist, klären wir mit dir im Beratungsgespräch.
Lass deine alte Ölheizung nicht bis zum Ausfall laufen, wenn du umsteigen willst. Den Klimageschwindigkeitsbonus der KfW bekommst du nur, solange die Anlage beim Antrag noch funktioniert. Fällt sie vorher aus, fehlen dir bis zu 4.480 € Zuschuss.